Donnerstag, 20. März 2014

Zum echo-Abschied - Heilbronner Stimme (2008/2009)

Vollblutjournalist muss 

kürzer treten

Heilbronn, 22.01.2009 - Medien ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Seit 1974 hat Jürgen Dieter Ueckert nie etwas mehr interessiert als „Was ist los auf der Welt, was passiert in unserer Region?“ Und dann natürlich: „Was habe ich dazu zu sagen?“ Dennoch musste sich der Echo-Chefredakteur mit 60 krankheitsbedingt in den Ruhestand verabschieden.

Von Stefan Raffai
 
Heilbronn - Medien ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Seit 1974 hat Jürgen Dieter Ueckert (Foto: Kubasik) nie etwas mehr interessiert als „Was ist los auf der Welt, was passiert in unserer Region?“ Und dann natürlich: „Was habe ich dazu zu sagen?“ Dennoch musste sich der Echo-Chefredakteur mit 60 krankheitsbedingt in den Ruhestand verabschieden.

Als Chefredakteur einer Schülerzeitung beginnt „jdu“ seine journalistische Karriere. Mit Germanistik-Studium und rhetorischer Begabung wäre er vielleicht auch ein guter Lehrer oder Pfarrer geworden. 1974 ist er erster Praktikant beim noch jungen Südfunk-Studio in Heilbronn. Die freie Mitarbeit in der SDR-Kulturredaktion ist spannend. Wegen so manch bissiger Kritik schreiben Theaterintendanten böse Beschwerden - aber in Heilbronn wird das Fähnlein des wackeren Radio-Journalismus hochgehalten.
Nach einem Volontariat beim Neckar Express bleibt Jürgen Dieter Ueckert beim Anzeigenblatt, dessen Redaktion er ab 1983 leitet. Als „Kiliansmännle“ hat er sich nie geoutet, aber jeder verfolgt mit großem Interesse die kritischen Blicke auf das regionale Geschehen.

Freiberuflich ist Ueckert weiter Radiomann und zögert keine Sekunde, hauptberuflich beim neuen Radio Regional einzusteigen. Unter der Regie der Heilbronner Stimme und Beteiligung der Partnerverlage entsteht ab November 1987 der Privatsender, Ueckert leistet Pionierarbeit. Hier kann er seine Mikrofon-Erfahrung voll einbringen. Insbesondere auch bei der Ausbildung des Nachwuchses. Viele „Ehemalige“ haben inzwischen leitende Positionen bei öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalten. Nach der Neulizensierung 1994 ist es nicht mehr „Ueckerts Radio“, er geht wieder zum Neckar Express.

Echo-Erfolgsstory

Vor zehn Jahren dann der Wechsel zum noch frischen Wochenblatt Echo. Erst stellvertretender, ab Juli 2000 dann Chefredakteur spornt jdu sein engagiertes Team zu Aktualität und Qualität an - weit über das Maß eines Anzeigenblattes hinaus. Die mittwochs und sonntags erscheinende Zeitung hat sich längst einen geachteten Platz in der Medienlandschaft erobert. Michael Schwarz, seit 1. Januar neuer Redaktionsleiter, kann nahtlos an der Echo-Erfolgsstory weiter schreiben.

Für den Medien-Menschen Ueckert ist die neue Rolle als „Jung-Rentner“ noch etwas ungewohnt. Fern von Amt und Titel kann er jetzt so manches gelassener sehen. Auch den täglichen Waldspaziergang lässt der ehemalige „Kampf-Jogger“ etwas langsamer angehen.

Heilbronner Stimme,  22.01.2009

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